Montag, 5. August 2013

200 von 203 Hamburger Grundschulen sind jetzt Ganztagsschulen

Wen es interessiert findet hier aktuelle Zahlen zum Thema Ganztagsschule/Ganztagsbetreuung in Hamburg:

>>>> Pressemeldungen der Behörde für Schule und Berufsbildung vom 25. Juli 2013/bsb25


Betreuungsangebot vervierfacht - Rekordanmeldung: 36.677 Kinder

Im Schuljahr 2013/14 bieten erstmals 200 der 203 Hamburger Grundschulen nachmittags kostenlose Bildung und Betreuung an. Schulsenator Ties Rabe: "Damit ist es ist gelungen, die Zahl der Hamburger Grundschulen mit Ganztagsangeboten in nur zweieinhalb Jahren fast zu vervierfachen und an praktisch jeder Hamburger Grundschule Ganztagsangebote einzurichten. Eine derart stürmische Entwicklung war möglich, weil Schulen, Eltern und Schulbehörde diese große Aufgabe gemeinsam und engagiert angepackt haben. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Fast zwei Drittel aller Grundschulkinder haben sich jetzt für die neuen kostenlosen Ganztagsangebote angemeldet. Rund 10.000 Kinder mehr als bisher haben damit die Chance auf einen Betreuungsplatz. Das zeigt: Hamburgs Schulen sind auf einem sehr guten Weg, die neuen Ganztagsangebote stoßen auf sehr große Akzeptanz."

Noch nie wurden in Hamburg in so kurzer Zeit so viele neue Ganztagsschulen eröffnet: Vor zweieinhalb Jahren im Schuljahr 2010/11 hatten nur 53 Grundschulen Ganztagsangebote. Danach wurde diese Zahl dramatisch gesteigert: 2011 wurden weitere 22 Ganztags-Grundschulen eingerichtet, 2012 kamen 48 hinzu und zum Schuljahr 2013 sind es weitere 77 Grundschulen. Zum nun beginnenden Schuljahr bieten damit fast alle - nämlich 200 der 203 Grundschulen und Grundschul-Abteilungen an Stadtteilschulen - eine ganztägige Betreuung an. Die Schulen können dabei entweder in eigener Verantwortung den Ganztag gestalten (reine Ganztagsschule GTS) oder zusammen mit einem Kooperationsträger (Modell ganztägige Betreuung an Schulen GBS). 75 Grundschulen organisieren ihre Ganztagsangebote nach dem GTS-Modell, 125 nach dem GBS-Modell.

Doch nicht nur die Zahl der Angebote ist groß, auch die Nachfrage. Dabei können Hamburgs Eltern frei entscheiden, ob sie das neue Ganztagsangebot für ihr Kind in Anspruch nehmen. Viele entschieden sich bereits in den vergangenen Jahren dafür. Und so fallen die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr 2013/14 erwartungsgemäß hoch aus: Im kommenden Schuljahr 2013/14 werden 36.677 Kinder der Klassenstufen 0 bis 4 ihre Schule bis 16 Uhr besuchen, rund 65 Prozent aller rund 56.400 Grundschulkinder. Das Angebot der gegen geringe Gebühren hinzu buchbaren Randzeiten vor 8 und nach 16 Uhr nehmen 633 (6-7 Uhr), 2.621 (7-8 Uhr), 4.673 (16-17 Uhr) bzw. 2.031 Kinder (17-18 Uhr) wahr.

Und so verteilen sich die Teilnahmezahlen über den Tag (Schulzeit):

Zeitraum 6.00-7.00 Uhr (kostenpflichtig)
Teilnahmezahlen 633
Teilnahmequote rund 1 %

Zeitraum 7.00-8.00 Uhr (kostenpflichtig)
Teilnahmezahlen 2.621
Teilnahmequote rund 4,5 %

Zeitraum 13.00-16.00 Uhr (kostenfrei)
Teilnahmezahlen 36.677
Teilnahmequote rund 65 %

Zeitraum 16.00-17.00 Uhr (kostenpflichtig)
Teilnahmezahlen 4.673
Teilnahmequote rund 8,5 %

Zeitraum 17.00-18.00 Uhr (kostenpflichtig)
Teilnahmezahlen 2.031
Teilnahmequote rund 3,5 %


Ferienbetreuung

Auch in den Ferien bieten Hamburgs Grundschulen eine ganztägige Betreuung an. Die Teilnahme in der Kernzeit von 8 bis 16 Uhr nehmen 15.892 Kinder in Anspruch. Darüber hinaus werden 3.158 Kinder zusätzlich in den Zeiten von 6 bis 8 und 16 bis 18 Uhr betreut. Durchschnittlich wird das Ferienbetreuungsangebot in 7,5 Ferienwochen des Jahres genutzt.

Zeitraum 8.00-16.00 Uhr
Teilnahmezahlen 15.942
Teilnahmequote rund 28,0 %


Zeitraum 6.00-7.00 / 16.00-18.00 Uhr
Teilnahmezahlen 3.158
Teilnahmequote rund 5,5 %


Senator Rabe: "Mit diesem neuen Angebot ist es gelungen, über 10.000 Kindern mehr als bisher Ganztagsangebote zu eröffnen. Die hohen Anmeldequoten zeigen den großen Bedarf und die hohe Akzeptanz der neuen Angebote. Sie bestätigen zugleich, dass die dramatischen Anstrengungen des Senats für mehr Ganztagsangebote an den Schulen ein richtiger und wichtiger Schritt sind. Ich freue mich sehr, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Schulleitungen, Lehrkräften, Trägern, Eltern und Behörde in den letzten Jahren auf so fruchtbaren Boden gefallen sind. Aber wir werden uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen, sondern nach der großen Aufbauarbeit jetzt Schritt für Schritt die Ganztagsangebote wie auch das Schulangebot insgesamt qualitativ weiterentwickeln."

Kostenlose Betreuung bis 16 Uhr

Das Ganztagsangebot an den Grundschulen ist von 13 bis 16 Uhr für alle Kinder kostenlos. Lediglich das Mittagessen ist kostenpflichtig. Und um auch Kindern aus sozial benachteiligten Familien den Weg in den Ganztag zu ebnen, orientiert sich die Gebühr für das Mittagessen erstmals sozial gestaffelt am Einkommen der Eltern. Auch die Gebühren für eventuell hinzu gebuchte Rand- und Ferienzeiten sind je nach Einkommen der Eltern sozial gestaffelt. Sie orientieren sich an den Gebühren der bisherigen Hortbetreuung. Die Behörde für Schule und Berufsbildung geht davon aus, dass rund die Hälfte der Eltern lediglich ermäßigte Gebühren für das Essen und die zusätzlichen Betreuungszeiten zahlen müssen.

109 Millionen Euro für den Ganztagsausbau

Im Rahmen seines Ausbauprogramms hat der Hamburger Senat die Mittel für die Ganztagsschulen um zusätzlich 109 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. Im Gegenzug laufen die bislang parallel arbeitenden Angebote der Horte aus. Die Träger wechseln entweder als Kooperationspartner an eine GBS-Schule oder sie beteiligen sich an dem Ausbauprogramm des Senats für mehr Betreuungsplätze für Krippenkinder unter drei Jahren. Teilnehmende Kinder können sich an den meisten Ganztagsschulen aussuchen, in welchem Umfang und wann sie die Betreuung in Anspruch nehmen wollen. Die Mindestteilnahmezeit umfasst drei Tage nach Wahl von 13 bis 15 Uhr.
Neue Ganztagsschulen - neue Kantinen

In diesem Zusammenhang hat der Senat auch den Bau von Schulkantinen erheblich gesteigert: Im Jahr 2010 wurden an drei Grundschulen Kantinen fertiggestellt, im Jahr 2011 waren es bereits zehn (sechs an Grundschulen, drei an Stadtteilschulen und eine an einer berufsbildenden Schule). Im vergangenen Jahr wurden 26 Kantinen eröffnet (24 an Grundschulen und je eine an einer Stadtteilschule und einem Gymnasium). Und in diesem Jahr sollen schließlich 70 weitere Kantinen fertiggestellt werden. Wo die Kantinen nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnten, wurden Ersatzspeiseräume eingerichtet. Damit ist in allen Grundschulen die Versorgung der Kinder mit schmackhaftem Mittagessen sichergestellt.

Ganztagskonzepte

Alle Schulen haben zusammen mit ihren Kooperationspartnern (Trägern) Konzepte erarbeitet, wie der Ganztag gestaltet werden soll. Zusätzlich zum obligatorischen Mittagessen an jeder Schule werden in der Regel Hausaufgabenhilfe, Lernförderung sowie Freizeitaktivitäten mit Schwerpunkten in den Bereichen Sport und Kultur angeboten. Die Schulen und die Kooperationsträger nutzen dazu die weitläufigen und nachmittags bislang wenig genutzten Schulgebäude, Turnhallen und Schulgrundstücke.

Mehr Erzieherinnen und Erzieher

Nach den jetzt vorliegenden Zahlen wird es allen Schulen und Trägern gelingen, trotz der momentan in ganz Deutschland bestehenden Engpässe genügend Erziehrinnen und Erzieher für die neuen Angebote zu finden. Der Hamburger Senat hat darüber hinaus durch eine Reform der Erzieherausbildung dafür gesorgt, dass die Engpässe im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher spätestens ab Sommer 2015 in Hamburg überwunden werden können. Bereits vor zwei Jahren wurden die Ausbildungsplatzzahlen für die Erzieherausbildung erhöht, so dass in Kürze erheblich mehr Absolventinnen und Absolventen zur Verfügung stehen. Waren es 2009 noch 461, so rechnet man in diesem Jahr mit 621, 2014 mit 707 und 2015 mit 1.073 Erzieherinnen und Erziehern. Im langfristigen Mittel soll die Zahl der jährlich ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher von 550 auf durchschnittlich 850 gesteigert werden.


Rückfragen:


Behörde für Schule und Berufsbildung
Pressestelle
Tel: (040) 428 63 - 2005
E-Mail: pressestelle@bsb.hamburg.de<mailto:pressestelle@bsb.hamburg.de>
Internet: www.hamburg.de/bsb<http://www.hamburg.de/bsb>

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