Freitag, 25. April 2014

Osterbrief aus dem Nikolaushaus


Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
herzliche Ostergrüße von den Kindern und Mitarbeiterinnen!


Auch dieses Jahr haben wir an Palmsonntag ein Gruppenbild von unseren Kindern,
Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen im Nikolaushaus gemacht.

Unsere Familie ist wieder gewachsen! Letztes Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt 15
Kinder, nun sind es 21! Mitte März kam zunächst Innocent zurück. Er war bereits einige
Monate bei uns, lebte dann aber wieder ein halbes Jahr bei seiner Familie. Nun bat uns die Familie, Innocent nochmals bis Dezember zu nehmen. Innocent ist inzwischen 3, 5 Jahre alt. Er hat eine zerebrale Bewegungsstörung und braucht viel Pflege und Zuwendung, aber meistens strahlt er und ist ein sehr
zufriedenes Kind. Wenige Tage nach Innocent kamen dann Mwesiga (5) und Kalokola (3) zu uns.
Die beiden Brüder haben eine geistig behinderte Mutter. Der Vater der Kinder starb letztes Jahr.
Seitdem lebten die Kinder bei Onkel und Tante des verstorbenen Vaters. Die Mutter hat inzwischen ein weiteres Baby.  Beide Kinder sind sehr unterernährt und in ihrer Entwicklung zurück, besonders
Mwesiga ist auffällig. In den ersten Tagen liefen die beiden noch recht verloren durch das Nikolaushaus und sprachen nur Kihaya, die Sprache der Region. Inzwischen haben sie sich eingelebt, lernen Swahili und fühlen sich sichtlich wohl. Auch kennen sie schon die Namen ihrer 19 neuen Geschwister und vielen neuen Mamas.

Editha und Edina, unsere beiden Zwillinge, die wir im Oktober letzten Jahres bekommen haben, haben ihren 5. Geburtstag gefeiert. In dem halben Jahr, das sie nun bei uns sind, haben sie sich sehr gut entwickelt.
Im Februar wurden die beiden zusammen mit Mtagwaba getauft. Editha und Edina, Mwesiga und Kalokola haben ein ähnliches Schicksal. Ihre Mütter sind behindert und konnten sich nicht ausreichend um die Kinder kümmern, weswegen die Kinder unternährt waren und entwicklungsverzögert sind. Immer wieder erfahre ich, dass Frauen mit Behinderungen vergewaltigt werden. Eine behinderte Mutter mit einem behinderten Kind, die regelmäßig zu unserer Outpatient Clinic kommt, ist zurzeit schwanger. Diese Frauen können weder für sich noch für ihre Kinder sorgen. Eigentlich müssten sie geschützt untergebracht und versorgt werden. Bisher können wir aber leider nur ihre Kinder nehmen. Im Raum stehen außerdem die Anfragen zur Aufnahme von zwei weiteren Kindern, beide haben Behinderungen. Damit haben wir bald unsere Aufnahmekapazität von 25 Kindern erreicht.

Seit Weihnachten gab es viele Abschiede, es kamen Besucher und neue Mitarbeiterinnen. Vier Mitarbeiterinnen sind gegangen. Dafür kamen nun zwei neue Schwestern zu uns sowie drei neue Mitarbeiterinnen. Drei der vier Praktikantinnen haben ihre Zeit bei uns beendet und sind nach Deutschland zurückgefahren. „MaZ“- Praktikantin (Missionar auf Zeit) Katharina bleibt aber bis Mitte August und Anna-Lea macht nun auch für 5 Monate ein Praktikum bei uns. Die Abschiede sind meist traurig,
gehören aber zum Leben dazu. Da wir kaum noch Platz hatten, haben wir im Januar und Februar zwei Schlafzimmer angebaut, um eine weitere Mitarbeiterin unterbringen zu können und um ein weiteres
Gästezimmer zur Verfügung zu haben. Auch haben wir einen Raum in der Outpatient Clinic leer geräumt und ihn als Kapelle oder besser als Gebetsraum eingerichtet. Der Raum ist nicht groß, aber eine kleine
Insel der Ruhe, auf die man sich zurückziehen kann. Das ist nötig, denn die Kirche in
Kemondo ist 3 km vom Nikolaushaus entfernt.

Damit komme ich auch gleich zu der guten Nachricht, dass unser Bischof Kemondo zur Gemeinde ernannt hat! Bisher gehörten wir zum Pfarrverbund der Hauptgemeinde Kagondo, waren erst Außenstation, dann Untergemeinde, nun sind wir selbständig, die „Franziskus von Assisi“ Gemeinde! Diese positive Entwicklung ist sicher den Franziskanerschwestern in Kemondo zu verdanken, die dort seit 15 Jahren unermüdlich
tätig sind und sehr viel Gutes bewirkt haben.

Kirchenfeste, Taufen, Geburtstage, Abschiedsfeiern…
Es ist schön, den Alltag immer wieder mit kleinen Feiern zu unterbrechen. Allerdings ist mit so vielen Menschen in unserem Haus keine Feier wirklich klein! Ostersonntag und Ostermontag wollen wir uns in zwei Gruppen aufteilen. Für jede Gruppe von 10 Kindern und 8 Erwachsenen müssen wir einen Bus mieten, denn unser betagtes Auto, das auf 5 Personen zugelassen ist, bricht unter unserer Familiengröße zusammen.

Wir befinden uns mitten in der Regenzeit und hoffen sehr, dass unser Osterfest nicht völlig verregnet sein wird. Im Juni werde ich nach Deutschland kommen und sicher wieder viel berichten und
Fotos zeigen können.

Ihnen allen wünschen wir ein gesegnetes Osterfest,
Stefanie Köster, die Mitarbeiterinnen, Praktikantinnen und Kinder des Nikolaushauses

mehr Infos findet Ihr unter:   www.niklaushaus.com



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